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03
Dez
09

Spiegel vs. Focus — the Switch.

Es ist passiert – ich bin gewechselt. Das Focus Abo wird gekündigt, der Spiegel kommt ins Haus. Für einen klassisch konservativen, gut bürgerlich Angestellten CSUler eigentlich ein Unding, aber ich pack’s nicht mehr.

Focus oder Spiegel

Focus oder Spiegel?

Ich bin jetzt drei Wochen zweigleisig gefahren. Und während der Spiegel über den Stotterstart von Schwarz gelb, danach über weitere Folgen der Wirtschaftskrise, und diese Woche über Jung und Afghanistan schreibt, ging’s im Focus diese Woche um den Herzinfarkt. (??)
Ein paar Wochen zuvor hatte der Focus noch durch Glück einen Treffer: Eine Woche nach der Titelstory über Depression warf sich Robert Enke vor den Zug.

Aber leider war man nicht immer so glücklich. Und so langweilten mich die Herren um Helmut Markwort eher mit Lifestyle Themen anstatt mir das zu liefern, was ich lesen will: Fakten Fakten Fakten zum Thema Politik.

Beim Spiegel ist das anders. Gut – die Journalisten sind immernoch linkes Gesocks, die Leserbriefe sozialromantische Katastrophenlektüre und bei jedem Artikel könnt ich Zeile für Zeile kotzen, aber immerhin. So wird man auch zu Nachdenken und Widerspruch angeregt. Bei jedem Artikel, den ich im Spiegel les, baut sich in meinem Kopf parallel die konservative, bürgerliche Gegenargumentation auf.

Der einzige Moment, bei dem ich beim Focus noch nachdenk ist, wenn ich den Fragebogen eines B-Promis auf der letzten Seite les und mich frag, warum ich die letzten 10 Minuten und 3,70€ nicht sinnvoller verwendet hab.

Und als letzter Clou kommt nun die Printversion des Spiegel 1:1 als App aufs iPhone. Und das schon Samstags statt Montags. Also dann: Servus Markwort. Vielleicht wird’s nächstes Jahr mit dem neuen Chefredakteur besser.

Bis dahin Spiegel.

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29
Nov
09

der schnellste Minister aller Zeiten…

Jung tritt zurück

Minister Jung tritt zurück (Photo: AP)

…zumindest, was den Rücktritt angeht. 😉 Ich muss offen zugeben, ich bin noch nicht endgültig informiert, was den Bundeswehreinsatz in Afghanistan angeht. Ein paar Fragen erlaub ich mir trotzdem schon, was den Rücktritt von Verteidigungsminister Arbeitsminister Jung angeht:

  1. Ist es nicht komisch, dass ein Mann  von einem Ministerpräsident zurücktritt, weil in einem anderen Amt was nicht gepasst hat? Soll ich meinen Führerschein abgeben, weil ich so schlecht Fußball spiel? Also bitte!!
  2. Ist es nicht geradezu paradox, dass ein Verteidigungsminister – sehen wir es mal so… quasi der Verteidigungsminister der Herzen – zurücktritt, aufgrund der Informationspolitik? Wenn wir mal von der nicht-zu-sagen-dürfenden Tatsache ausgehen, dass wir in Afghanistan Krieg führen, sollten wir uns dann nicht damit vertraut machen, dass hier zum einen Zivilisten sterben, und dass wir vor allem zum anderen nicht alles darüber erfahren? Erfahren sollen und auch nicht erfahren müssen? Sollen die Generäle nun im Vorfeld eine Online-Umfrage starten, ob wir hier nun bombardieren, oder nicht? Und Jung muss nun also weg, weil er uns nicht alles drüber verrät…

Sicherlich sind bei dem Angriff auf den Tanklastzug Zivilisten ums Leben gekommen. Und natürlich kommen wieder die Dinge „Abwägung der Opfer vor Ort gegen Abwägung der Opfer durch Anschläge mit dem Inhalt dieser Tanklastzüge“ dazu, die man ja eigentlich nicht Abwägen darf. Darüber kann und muss man diskutieren und streiten. Aber wenn wir daraus wirklich folgern, dass ein Verteidigungsminister zurücktreten muss, weil er hier schlecht informiert, dann sollten wir die Hardthöhe bitte sofort abschaffen. Oder wir ziehen uns sofort aus Afghanistan zurück, und überlegen uns erst mal, was das wirklich heißt, die Freiheit auch am Hindukusch zu verteidigen. Können ja dann immer noch ne zweite Halbzeit mitspielen. Ganz nebenbei: Deutsche Soldaten kämpfen schon länger in Afghanistan als im Zweiten Weltkrieg. Da sollte man sich doch über die „Spielregeln“ langsam aber sicher mal Gedanken machen.

Von all dem abgesehen sollten wir uns mal eher Gedanken drüber machen, wie wir mit Journalisten umgehen, die sich offensichtlich nicht für die Öffentlichkeit gedachte Videos in der Bildzeitung veröffentlichen. Es gibt sowas wie (legitime) Staatsgeheimnisse. Und dass sich die Springerpresse jetzt wieder als Hüterin der Verfassung aufspielt, weil sie mit wohl illegal besorgtem Material einen Minister stürzt, und das ganze als Pressefreiheit verkauft, geht mir jetzt schon mehr auf die Nerven als Michael Jackson.

Kleinigkeit noch zum drüber-Nachdenken: Eine gut betuchte Ärztin ist nun Ministerin für Arbeit und Soziales, und eine 32 Jährige ohne Kinder ist nun Familienministerin, und will uns was über Familie UND Karriere erzählen. Na Hauptsache, sie kommt aus Hessen, nettwaahr Herr Koch? 😉




Benjamin Machel – Micky Rust


Gundelfingenstraße 9
86633 Neuburg an der Donau

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